„Junger Glaube – Junge Glauben“- Wie finden junge Menschen aus der religiösen Tradition ihrer Eltern zu ihrem eigenen Glauben?

Interreligiöses und Interkulturelles Frühstück zum Thema:

„Junger Glaube – Junge Glauben“-

Wie finden junge Menschen aus der religiösen Tradition ihrer Eltern zu ihrem eigenen Glauben?

Am 16. März 2019

in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Linz, OÖ

Inspiriert durch die Teilnahme an zwei interreligiösen Frühstücken von UPF OÖ im vergangenen Jahr lud uns die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ein, gemeinsam mit ihnen in ihrer Kirche in Linz/OÖ ein interreligiöses Frühstück zu gestalten.  Sie bereiteten ein reichhaltiges Frühstücks-Buffet. Es fanden sich ca. 50 Personen und 5 verschiedene Religionsgemeinschaften ein.

Nach der Begrüßung durch Frau Gerlinde Merl (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) stellte Frau Pammer die Universal Peace Federation vor und überreichte Frau Merl und Herrn Mehmed Becirbasic von der Bosnischen Moschee in Steyr (Gastgeber des letzten interreligiösen Frühstücks) die Friedensbotschafter Urkunde.

Nachdem sich alle Gäste am Buffet bedient hatten, gaben sechs Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften ein Impulsreferat zum Thema „Junger Glaube – Junge Glauben“.

Herr Bogdan Pammer (Vereinigungskirche) betonte, dass Glaube, Hoffnung und Liebe nicht nur die Menschheit mit Gott, sondern auch eine Generation mit der nächsten verbindet. Wir können glauben, weil die himmlischen und irdischen Eltern an uns glauben. – Wir können lieben, weil die himmlischen und irdischen Eltern uns lieben. – Wir können hoffen, weil wir Eltern haben, hatten, sind und sein werden. Gott mischte sich in seiner ganzen Allmacht nicht ein, als Eva und Adam das Gebot brachen. Doch nachdem es geschehen war, war Gott sofort da. „Wo bist du Adam?“, sind die einfachen Worte Gottes, die bis an den Grund des Ozeans und bis an die Grenzen unseres Kosmos reichen.

Frau Anna Szabo (Katholische Kirche in OÖ, Interreligiöser Dialog) sagte, dass ihr auffällt, dass Eltern oft ihren Kindern nicht mehr die Sprache mitgeben können, ihren Glauben auszudrücken. Lehrer und Gemeinden können den Jugendlichen bei der Sinnfindung helfen.

Herr Ali Karadeniz (ALIF, islamische Kultusgemeinde) bat um eine Gedenkminute für die Opfer des Attentats in Neuseeland. Er entschied sich für die Religion seiner Eltern, weil Religion einen Rahmen bietet, um miteinander gut auszukommen. Für ihn sind wichtig, mit sich selbst im Reinen zu sein, die Familienwerte und dann sich für einen größeren Kreis zu engagieren.

Herr Sabahudin Mujevic (bosnische Moschee NUR, Linz)  betonte, dass Christen und Muslime mehr Werte verbinden als trennen. Sie wollen in ihrer Gemeinde weiter an den Kontakten arbeiten.

Herr Mehmed Becirbasic (bosnische Moschee, Steyr) hat das Thema „Junger Glaube – Junge Glauben“ sehr angesprochen und er gab ein persönliches Zeugnis wie er wieder zum Glauben seiner Eltern gefunden hat. Sein Großvater war Imam aber er hatte den Glauben nach seiner Flucht nach Österreich vergessen. Türöffner zurück zum Glauben war das Verhalten seines Vaters, der ihm keine Vorwürfe wegen seiner Entgleisungen gemacht hat, sondern weiter an ihn geglaubt hat.

Herr Dr. André Merl (Bischof der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) betonte, dass wir alle Kinder Gottes und somit Brüder und Schwestern sind. Der Terroranschlag in Neuseeland hat nichts mit dem Glauben zu tun, sondern mit Hass, Unfähigkeit zu lieben, Fanatismus und Mangel an eigener Identität. Der Gründer Joseph Smith sagte: Glaube an den Himmel und handle! Glauben heißt Handeln. Glaube ist nicht etwas, das plötzlich da ist, sondern organisch wächst. Auch den Kindern kann man nicht abnehmen, ihren Glauben selber zu finden. Zwei wichtige Aussagen seines Referats waren: Der Herr arbeitet von innen nach außen – die Welt von außen nach innen. Ein Mensch der sich verändert, kann auch die Welt verändern!

Es entstand nach den Referaten noch ein lebhafter Austausch mit vielen berührenden Zeugnissen von Jung und Alt und Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften.

Nach zwei Stunden wirklich tiefem religiösen Austausch, ich spürte den Geist Gottes unter uns wirken, wurde noch eine Führung durch die Räumlichkeiten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angeboten. Dieses Angebot wurde von vielen Gästen angenommen. Küche, Spielraum für Kinder, der große Kirchenraum sowie der Raum für die Taufe und das Geneologie-Zentrum gaben uns einen Einblick in ihre aktive Gemeinde.

Mag. Maria Pammer (UPF OÖ)

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