Interreligiöses und Interkulturelles Frühstück

zum Thema:

„Mütterlichkeit – verbindende Kraft in Familie und Gesellschaft“

am 29. September 2018

in der Moschee der bosnischen Muslime Steyr/OÖ

Nach mehrmaliger Teilnahme an UPF-Veranstaltungen luden uns Imam Lopo Saudin und Herr Mehmed Becirbasic von der bosnischen Moschee Steyr ein, ein Interreligiöses und Interkulturelles Frühstück bei ihnen zu veranstalten.

Früh am Morgen bereiteten die bosnischen Frauen ein reichhaltiges Buffet mit Spezialitäten aus ihrem Land vor. Die Männer entfernten die Teppiche aus dem Gebetsraum, damit die Gäste mit Schuhen den Frühstücksraum betreten konnten.

Nach dem Gebet des Imam und der Einführung von Herrn Becirbasic stellte Frau Pammer  die Grundsäulen von UPF vor und Herr Krcek gab einen kurzen Überblick über die 5jährige Geschichte der Interreligiösen Frühstücke in OÖ.

Anschließend referierten die Vertreter verschiedener religiöser Gemeinschaften zum Thema „Mütterlichkeit – verbindende Kraft in Familie und Gesellschaft“.

Herr Mag. Markus Gerhold, Pfarrer der evangelischen Gemeinde A. B., konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf Maria, die einzige Frau, die in allen drei  Abrahamitischen Religionen gleichermaßen beachtet wird. Er brachte einen kurzen Auszug über die christliche Theologie-Geschichte auf die Sicht Mariens. Sehr interessant waren auch seine persönlichen Gedanken zur Reaktion Mariens auf die Ankündigung der Geburt durch den Erzengel Gabriel im Lukas Evangelium. Das einfache Mädchen aus Nazareth kommunizierte auf Augenhöhe mit dem Erzengel, sie traf selbst die Entscheidung, die in dieser Zeit Stärke und Mut von ihr abverlangt hat.

Frau Agnes Steiner MSc und Frau Eva Reisz, Vertreterinnen der buddhistische Gemeinschaft Sōka Gakkai,  berührten uns sehr durch das Lied HaHa Yo (Oh Mother). Der Text des Liedes ist ein Gedicht von Daisaku Ikeda, dem Gründer von SGI. Es wird die Mutterliebe besungen und ihre Bedeutung für den Frieden in der Welt. Unter diesem Link kann das Lied angehört werden: https://www.youtube.com/watch?v=xZ38f59JdwE

Frau Gerlinde Merl, Öffentlichkeitsbeauftrage für OÖ der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, ging auf die Mütterlichkeit ein, die über die Liebe zu den eigenen Kindern hinausgeht und erwähnte als weltweit bekanntes Vorbild Mutter Theresa. Ein Beispiel aus ihrem Bekanntenkreis von einer Familie mit einem schwerstbehinderten Kind, dem nur ein paar Wochen Lebenschance gegeben wurde, aber durch die aufopfernde Liebe der Eltern bereits das sechste Lebensjahr erreicht hat, führte uns die Kraft der Mutter- bzw. Elternliebe besonders vor Augen. Als Attribute der Mütterlichkeit, die eine verbindende Kraft in Familie und Gesellschaft ist, zählte sie „fürsorglich, hingebungsvoll, uneigennützig, liebevoll, mutig, besorgt, stark und selbstlos“ auf.

Frau Yoshiko Pammer, die mit ihrem Mann gemeinsam die Gemeindeleitung der Familienföderation OÖ inne hat, wies darauf hin, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen wurde, als Mann und Frau. Darum sind die Menschen auch auf der Suche nach dem mütterlichen Aspekt Gottes. Mütterlichkeit umfasst die Qualitäten Intuition, Sorgfalt, umarmen und heilen zu können. Vor allem ist sie die Verkörperung von Selbstaufopferung – „in Liebe zu entbehren um neues Leben zu gebären“. Das ist auch das tiefste göttliche Prinzip bei der Schöpfung. Diesen Weg ,Wahre Eltern zu werden, ist ein Pfad, den Rev. Sun Myung Moon und seine Frau Hak Ja Han Moon ihr ganzes Leben lang gegangen sind.

Herr Mehmed Becirbasic vom Verein bosnischer Muslime wies darauf hin, dass die Sure 4: an-Nisa (Die Frauen)  und die Sure 19: Maryam (Maria) der Frau, also der  Mutter gewidmet sind. Er trug auch einige Hadithe vor, in denen die Ehrerbietung den Eltern und speziell der Mutter gegenüber sehr betont wird.

Zum Schluss zitierte er noch J.W. Goethe, der schon im 17. Jhd. eine Feier aller Konfessionen vorschlug: „… alle ziehen vereinigt zur Kirche und werden von demselben Gottesdienste erbaut; alle bilden Einen Kreis ums Feuer und werden von Einer Flamme erleuchtet …“

Imam Lopo Saudin zeigte uns dann noch den großen Gebetsraum im ersten Stock und beantwortete unsere interessierten Fragen über die Bedeutung verschiedener Einrichtungsgegenstände, Wandtafeln und die Gebetstraditionen.

Mag. Maria Pammer (UPF-OÖ)

 

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